Allgemein,  Blog

Wie wir im Alltag uns mit Lügen hocharbeiten und es überhaupt nicht bemerken

Dieser Beitrag könnte mögliche Werbung enthalten. 

Dieser Artikel sollte ein gefundenes Fressen für alle Lügenbaronen da Draußen sein. Solltest Du hingegen nicht in den Genuss des Lügens kommen, da deine Position es nicht erlaubt und du deinen Kindern täglich predigst, sie sollen nicht lügen solltest du diesen Artikel UNBEDINGT lesen. Bei aufkommenden Fragen und Furcht, weil ich uns jetzt entlarve, solltest du trotzdem morgen  wieder zur Arbeit gehen und diesen Artikel auch deinem Chef/in empfehlen. Merci fürs Lesen und jetzt wird mal Tacheles geredet. 

 

Hallöchen-Popöschen meine Lieben

Es freut mich, dass ihr wieder zu Vinkerbell gefunden habt und euch für diesen Artikel interessiert. Dieses Thema wurde nicht von meinen Lesern bestimmt, da ich alle zwei Wochen über das nächste Thema entscheide. Sprich ich habe mir dieses Thema ausgesucht und möchte euch im folgenden Artikel alles über mich Lügenbaron erzählen<lach>. Zunächst werde ich jedoch wie immer erläutern, wie ich zu diesem Thema gekommen bin und warum ich gerade dieses euch diese Woche vorstelle. 

 

Wie kam ich zu dem Thema Lügen?

Ha! Normalerweise beschäftigen wir Menschen uns nur mit diesem Thema, wenn wir indirekt davon betroffen sind. Sprich wenn unser Gegenüber uns oder wir sie anlügen. So wirklich wohl fühlt Mensch sich nicht wirklich, wenn er sein Gegenüber anlügen muss. Aber warum Lügen wir überhaupt? Als ich letztens meine Bewerbungsunterlagen überarbeitet habe und ich mich versucht habe in jene Person hineinzuversetzen, die meine Unterlagen vor Augen halten wird, ist mir aufgefallen wie lächerlich sich einiges anhören mag. Das Gleiche bei Vorstellungsgesprächen. Wir versuchen so freundlich wie nur möglich zu sein um unserem Gegenüber zu zeigen, dass wir geeignet für all den Scheiß sind, pardon für die von Ihnen inserierten Stelle. Zum auflockern ziehen meine Mama und ich vor jedem Gespräch das Ganze etwas ins lächerliche und malen uns am Esstisch aus, was wir eigentlich stattdessen sagen würden. Wir probieren verschiedene Rollen aus und amüsieren uns immer köstlich darüber, wie gut wir andere imitieren können.

Als ich dann jedoch zu dem Vorstellungsgespräch gegangen bin und zur Abwechslung mal nicht das Blaue vom Himmel gelogen habe und ehrlich zu meinen potenziellen Arbeitgebern war, waren diese mehr als nur von mir angetan. Sie haben sich sogar mehrmals für diese Aufrichtigkeit bedankt und wollten mich ins Boot holen. Genau aus diesem Grund verfasse ich jetzt diesen Beitrag, weil mir selbst gar nicht auffällt wie oft ich im Alltag lüge und wie meine Mitmenschen mir damit begegnen. Deshalb dieser Beitrag (außerdem brauche auch ich jetzt noch einmal was humorvolles <schlitzohriges lachen>).

Bereit? Ganz  sicher? Sicher sicher? Bist du dir auch wirklich sicher, dass du jetzt noch weiterlesen magst? Aight..es geht weiter in 3–2–1-

Die Revolution meiner Lügen

Also ich habe mein ganzes Leben schon gelogen. Keine Ahnung wann das genau bei mir anfing, aber ich würde mal behaupten ich wurde da irgendwie hineingeboren. Da ich wie gesagt nicht weiß wann alles begann, erzähle ich euch ein paar Geschichten von klein Jamie. Dazu muss ich noch sagen, dass ich schon immer ein kleines Schlitzohr war. Ich klein, super knuffig und wusste schon immer was ich will, versuchte meine Mitmenschen permanent anzulügen, damit ich kein Ärger bekomme und meinen Willen durchsetzen konnte. Typisch Kind, ich weiß.

Außerdem bin ich ein Einzelkind und meine Mama war Alleinerziehend mit mir (nicht tragisch für mich, weil wir sehr gut ohne meinen Vater zurechtkamen). Einige Menschenerfahrene würden jetzt wiederum behaupten, meine Art und mein Handeln sei auf das vaterlose Aufwachsen zurückzuführen, jedoch lasse ich mich nicht dadurch bestimmen. Meine Lieben ich hatte etwas viel besseres als einen Vater. Ich hatte meine Oma. Oma und Mama sind ein unschlagbares Team. Deshalb ein kleines Shoutout an alle alleinerziehenden Mütter/Väter da draußen; YOU ROCK! Ihr macht das ganz klasse und lasst euch nicht von anderen beirren. Es gibt Familien, in denen diese Familienkonstellation besser ist als die ganz Gewöhnliche. DANKE an meine Omi und meine Mami für alles. Danke an euch alleinerziehenden Väter und Mütter für euer Vertrauen in euch selbst und all das, was ihr so auf euch nehmt! Gerade kommt mir ein neuer Gedanke für ein neues Blogposting. 

Weiter im Text…

Vor 21 Jahren erblickte klein Jamie aka Vinkerbell das Licht der Welt. Eine Welt, in der zwar ihre Familie ihr verbot zu lügen, es jedoch alle unbewusst immer taten und so auch ihre Nachfahren übernahmen. Ja das Leben der kleinen Jamie war nicht immer einfach. Schon früh litt die kleine an Futterneid. Zwar wollte ihr keiner die Würstchen (ja sie war nicht von Anfang an Vegan) wegessen, jedoch bunkerte sie Würstchen für Würstchen im Kleiderschrank ihrer Oma und ließ ihre Tanten in dem Wissen, dass sie so schnell aß. Als ihre Tanten sie jedoch fragte, wo all die Würstchen seien, antwortete sie: “ hab ich gegessen“.  Aber auch ihre Tanten waren nicht von gestern und verfolgten die 3 jährige Jamie und erwischten sie dabei, wie sie das nächste Würstchen im Schrank versteckte. Noch heute wird diese Geschichte in Kreisen der Familie erzählt.


 

Wisst ihr meine lieben Leser, ich habe als Kind viel zu gern mit Barbies und Puppen gespielt. Ich habe es geliebt alleine zu spielen, da andere Kinder keine Ordnung halten konnten und meine Spielsachen immer falsch eingeräumt haben. Ja das hat mich tierisch aufgeregt, so dass ich kein Kind mit zu mir nehmen wollte, weil diese einfach so unordentlich waren. Ich und eigen? Ha! Ich sag’s ja. Ich bin nicht von dieser Welt! Zudem tat meine Mutter alles, um mich glücklich zu machen. So ereignete sich folgendes um mein fünftes Lebensjahr:

Ich spielte wohl wie so oft in meinem Zimmer mit meinen Puppen und war leicht aufzuregen. So auch an diesem Tag, an dem ich beschloss meine BABY Born aus dem vierten Stock in Neckarstadt West zu schmeißen. Scheint so, als hätte meine BABY Born mich wohl aufgeregt, so dass ich meinem Babysitter antwortete, als sie fragte wo die Puppe jetzt sei : “ Hat Tür aufgemacht und ist weggelauft‘.“

Dabei bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher, dass ich sie einfach auf die Straße geworfen habe, wie so oft das sonst der Fall war, wenn ich mal wieder einen Wutanfall hatte.

 


 

Wisst ihr was es mit den Popeln bei Kindern (einschließlich meiner Wenigkeit) auf sich hat? Nein? Ich auch nicht. Aber auch hierzu habe ich noch eine Kurzgeschichte, in der auch wieder klar wird, dass ich gerne log um dem Ärger zu entfliehen.

Klein Jamie gerade mal sechs Jahre alt spielte in ihrem Zimmer, als sie das Business Kleid von der besten Freundin ihrer Mutter entdeckte. Jamielein schaute es sich ganz genau an, als sie sich entschloss in ihrer Nase Mister Booger (in Fachkreisen auch Herr Popel genannt) zu besuchen. Ja ja, Mr. Booger war sehr beliebt bei Jamie und vermehrte sich täglich wie Kuhscheiße (entschuldige NICHT meine Ausdrucksweise ja <lach>). Als sie Mr. Booger jedoch von nahem betrachtete um seine volle Schönheit betrachten konnte, kam klein Jamie auf die glorreiche Idee Mister Booger an Dunja’s Kleid zu schmieren. Ich bin mir auch hier gerade wieder sicher, dass ich das Kleid nur verschönern wollte <lach>! Nun hatte das Business Kleid von Tante Dunni ( ich nannte sie so immer obwohl wir nicht Verwandt waren) einen wunderschönen grünen Fleck in Hüft höhe. Als Tante Dunja später am Tag in mein Zimmer hineinkam um das Kleid noch einmal zu bügeln, entdeckte sie mein Geschenk. Mister Booger machte sich ganz fantastisch auf ihrem Kleid. Nur leider sah Dunja das nicht so. Als sie mich dann endlich fragte, ob das ein Popel von mir sei, antwortete ich aus voller Überzeugung :“ Nein das ist kein Popel von mir. Das war ich nicht! Das war schon vorher so!“. Dunja hingegen fand das ganze nicht so prickelnd und glaubte mir auch kein Wort. Was danach geschah hab ich jedoch schon wieder vergessen.


 

Habe ich aufgehört das blaue vom Himmel zu lügen?

Aufgehört habe ich definitiv nicht. Jedoch hat sich die Art des Lügens bei mir in eine andere Richtung entwickelt. Denn jetzt lüge ich nicht mehr, wenn ich mal keine Lust habe zu einer Freundin zu fahren.

Aber wie meine ich das? 

Hey! Jeder von euch wird doch wohl diese Situation kennen, in der man total bock auf ein Treffen mit Freunden hat. Sich den ganzen Tag darauf freut und Abends dann die Lust abnimmt. Man überlegt dann wie man aus dieser Situation herauskommt, ohne sich vollkommen zum Deppen zu machen und ohne sein Gegenüber zu verletzen. Hier nun verschiedene Arten, wie pathologische Lügner mit der Situation umgehen:

A) Der Lügenbaron gibt vor auf einmal Kopfschmerzen und oder Übelkeit zu haben.

B) Er ist plötzlich total Müde und schläft ein ohne einem Bescheid zu sagen. Sein Gegenüber erfährt erst davon, wenn er ihn mehrmals anruft.

C) Der Lügenbaron gibt vor, kein Spritgeld mehr zu haben und lässt sich auch nicht darauf ein, dass sein Freund ihn abholen und den Abend bezahlen würde.  

Schlussfolgerung: Der Lügenbaron kann entspannt Netflix schauen und der Freund ist sauer, weil er ganz genau weiß, dass nichts davon stimmt. 

 

Aber wie verhalte ich mich jetzt in solch einer Situation?

 

Ganz ehrlich? Ich sage meinen Freunden ganz offen und ehrlich, dass mir gerade nicht danach ist. Kennt ihr das, wenn ihr Abends die Musik im Auto total aufdreht, weil ihr den Song so feiert und mit Lautstärke 50 zum halten kommt und das Auto verlasst? Am nächsten Tag setzt ihr euch Morgens wieder ins Auto, verbindet euer Handy und werdet halb erschlagen von dem Song den ihr als sanften einstieg für den Morgen gewählt habt? Genau das meine ich. Ich gebe zu, dass ich oft sprunghaft bin und mich nicht entscheiden kann. Man steckt da einfach nicht drinnen, wie man sich in ein paar Stunden fühlt. Zeit ist ja sowieso so eine Sache in meinem Leben. Die Zeit und ich sind keine Freunde, denn sie erschwert mir so manches Mal das Leben. Wenn wir uns jetzt mal vorstellen, was in fünf Minuten so alles passieren kann…das ist doch Wahnsinn! Die Zeit macht so viel mit uns Menschen und wir haben gar keine Kontrolle darüber. Wir Menschen gehen einfach mit dem Zeit-flow und machen uns gar keine Mühe, mal darüber nachzudenke warum das so ist. Warum folgen wir dem Flow? Wie kommt es, dass wir überhaupt an diesen Zeit-flow gebunden sind? Warum reagiert unser Körper auf die Zeit? Wie ihr merkt habe ich schon wieder viel zu viele Fragen an die Zeit und frage mich im gleichen Moment, ob mir diese jemand jemals beantworten wird. 

Ich habe mich für die ehrliche Variante entschieden. Mir ist es lieber meinen Freunden in einer Sprachnotiz zu sagen, dass ich lieber Chips und einen Netflix Marathon starten mag, als in irgendeine Diskothek zu gehen für die ich zehn Euro Eintritt, drei Euro Mindestverzehr und Spritkosten zahlen muss. Du fragst dich jetzt bestimmt wie das bei meinen Freunden ankommt? Gar nicht mal so übel! Oft stimmen sie mir zu und entscheiden sich auch viel lieber für den Netflix Marathon. Ich glaube, dass wir Menschen tief im inneren immer die Wahrheit bevorzugen, da das permanente anlügen unserer Selbst zu Unzufriedenheit und Misstrauen führt. Irgendwann kommt es dann mal soweit, dass du selbst nicht mehr weißt, ob das hier jetzt der Realität entspricht oder nicht. Im Grunde genommen belügen wir uns tag täglich. Wir belügen nicht nur uns selbst, sondern auch andere. Wissen wir eigentlich welche macht Lügen überhaupt haben? Wissen wir was unsere Lügen im nachhinein mit uns und unseren Mitmenschen anstellen? Wissen wir, dass die Lügen eine gefährliche Droge ist, von denen wir uns schon von Geburt an abhängig machen? 

 

Wie belügen wir uns selbst und andere?

 

So richtig über das Ganze habe ich erst angefangen nachzudenken, als ich in einer Philosophievorlesung an der Uni war und der Professor uns eine grüne Gießkanne vorhielt. Er fragte uns, ob diese Grün, Gelb oder schwarz sei und ob diese von ihm oder von ihr gehalten wird? Ich war fasziniert von dieser Vorlesung. Diese Vorlesung gab mir einen kleinen Denkanstoß, so dass ich immer mehr anfing Dinge oder Situationen zu hinterfragen. So kam dann auch das Thema Lügen an die Oberfläche und ich kratzte es immer und immer mehr an. Ich wurde ehrlicher, in den Augen mancher Menschen vorlaut oder frech. Macht mich das unsympathischer? Stoße ich viel auf Abweisung durch dieses Verhalten? Definitiv! Meist passiert das jedoch innerhalb von meiner Familie. Aber wisst ihr was mir zur Zeit auffällt? Mir fällt auf, dass ich auch so manches Familienmitglied damit anstecke. Es wird nicht mehr so viel Honig ums Maul geschmiert und die Augen meiner Familie werden immer größer. Es gibt mehr zu lachen und es wird immer harmonischer. Ehrlich sein ist schon ziemlich geil! Es befreit mich und meist lockert es Situationen etwas auf. Ein „loses und freches Mundwerk“ zu haben ist schon oft von Vorteil, aber genau so oft ist es von Nachteil. Denn es gibt Menschen auf der Welt, die mit dieser Art nicht umzugehen wissen. Sie benachteiligen dich in verschiedenen Angelegenheiten und geben dir zu spüren, dass sie mit deiner Art nicht umgehen können. In solchen Situationen sind meist diese Menschen jene, die sich gerne eine Scheibe von deiner Ehrlichkeit abschneiden würden. Menschen die zwecks ihrer Arbeit, sozialem Umfeld oder ihrer Erziehung nicht anders können und ihren Frust nach außen tragen müssen. Lasst euch auf gar keinen Fall davon runterziehen! Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass diese Menschen einfach nur unzufrieden mit sich selbst und ihrer Situation sind. Hingegen sympathisieren ehrliche Menschen mit euch. In meinen Augen sind ehrliche Menschen jene, die sich nicht oder ungern selbst belügen und lieber den holprigen Weg wählen um die Menschheit wieder wachzurütteln. Denn mir kommt es so vor, als würde sich die Menschheit ganz tief inmitten des Lügen Labyrinths befinden. 

 

Findest du den Weg aus dem Labyrinth? Welchen Weg würdest du dir für deine Kinder wünschen? 

 

Das war’s von mir für diese Woche. Wie steht ihr dazu? Schreibt es mir doch gerne in die Kommentare und teilt diesen Beitrag mit euren Mitmenschen, wenn er euch gefällt. Vielen Dank für’s lesen und fühlt euch alle von mir gedrückt (bin heute sowieso total verschmust). Bis nächste Woche. Macht’s gut und habt es fein meine Süßen!

Eure Vinkerbell aka Jamie

 

 

 

 

3 Kommentare

  • Marcel Ollinger

    Hallo liebe Vinkerbell ❤

    Es ist immer wieder toll deinen Beitrag zu lesen ich finde es super wie du das jede Woche hin bekommen tust ich liebe deine Beiträge die du am schreiben bist habe einen tollen und wunderschön
    Abend

    Liebe Grüße❤

    Marcel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.